Wie Sie die BARF-Ration für Ihre Katze berechnen

Die tägliche BARF-Menge für Katzen liegt bei 2 bis 4 Prozent des Körpergewichts. So berechnen Sie die Ration und verteilen Fleisch, Knochen und Organe.

Portionierte Hackfleischbällchen
Portionierte Hackfleischbällchen. Symbolbild. Foto: YvonneHuijbens / Pixabay.

Eine ausgewachsene Katze mit Normalgewicht bekommt täglich etwa 2 bis 4 Prozent ihres Körpergewichts an BARF-Futter, bezogen auf das Ist-Gewicht. Eine Katze mit 4 Kilogramm erhält danach 80 bis 160 Gramm frisches Futter pro Tag. Die Spanne ist groß, weil Alter, Aktivität und Kastrationsstatus den Bedarf stark verändern: Eine kastrierte Wohnungskatze liegt am unteren Ende, eine junge Freigewehlerin am oberen.

Die Formel: Prozent vom Körpergewicht

Sie rechnen die Tagesration, indem Sie das Körpergewicht Ihrer Katze mit dem Prozentsatz multiplizieren. Die Zuordnung der Prozentsätze:

Zustand der Katze Prozent des Körpergewichts Beispiel bei 4 kg
Kastriert, wenig aktiv 2 bis 2,5 Prozent 80 bis 100 Gramm
Ausgewachsen, normal aktiv 2,5 bis 3 Prozent 100 bis 120 Gramm
Freigewehlerin, sehr aktiv 3 bis 3,5 Prozent 120 bis 140 Gramm
Jungtier bis 12 Monate 3 bis 4 Prozent 120 bis 160 Gramm
Kater, groß und aktiv 3 bis 4 Prozent 120 bis 160 Gramm

Beginnen Sie mit dem Wert, der dem Zustand Ihrer Katze am nächsten kommt, und wiegen Sie die Katze alle zwei Wochen. Steigt das Gewicht, reduzieren Sie die Ration um etwa 10 Prozent. Sinkt es, obwohl die Katze alles frisst, erhöhen Sie entsprechend.

Warum die Kastration den Bedarf senkt

Nach der Kastration sinkt der Energiebedarf einer Katze messbar, weil der Körper weniger verbraucht und der Bewegungsdrang nachlässt. Eine kastrierte Katze, die weiter die Ration einer unkastrierten erhält, nimmt innerhalb weniger Monate zu. Übergewicht ist bei Katzen der häufigste Grund, die Futtermenge neu zu berechnen. Tasten Sie deshalb regelmäßig die Rippen Ihrer Katze ab: Bei Normalgewicht fühlen Sie die Rippen leicht durch die Decke aus Fell und Fett.

Die Zusammensetzung der Ration nach der 80-10-10-Regel

Die Menge allein reicht nicht. Eine BARF-Ration besteht aus Muskelfleisch mit Knorpel, Knochen und Organen. Die häufig genannte Grundverteilung heißt 80-10-10 und bedeutet 80 Prozent Muskelfleisch, 10 Prozent fleischige Knochen und 10 Prozent Organe, davon etwa die Hälfte Leber.

Rationsbestandteil Anteil Beispiele
Muskelfleisch 70 bis 80 Prozent Rind, Hähnchen, Pute, Kaninchen
Fleischige Knochen 10 bis 15 Prozent Hähnchenflügeln, Hälse, Rinderbrustbein
Leber 5 Prozent Rinderleber, Hähnchenleber
Weitere Organe 5 Prozent Herz, Niere, Milz, Lunge
Zusatz nach Bedarf Taurin, Fischöl, Eigelb

Diese Verteilung ist eine Orientierung, kein Gesetz. Wer samstags eine ganze Flügelration futtern lässt und an den anderen Tagen nur Muskelfleisch gibt, erreicht dieselbe Bilanz über die Woche. Maßgeblich ist die Woche, nicht der einzelne Tag.

Die Wochenration statt der Tagesgenauigkeit

Katzen fressen in der Natur mehrere kleine Mahlzeiten und verschlingen Beutetiere nicht immer komplett. Sie können die Wochenration im Voraus portionieren: Fleisch abwiegen, in Tagesmengen einfrieren, Organe und Knochen auf die Woche verteilen. Ein praktischer Wochenplan für eine 4-Kilogramm-Katze mit 120 Gramm pro Tag:

Tag 120 Gramm verteilt auf
Montag 90 g Rindermuskelfleisch, 30 g Hähnchenhälse
Dienstag 110 g Putenmuskel, 10 g Leber
Mittwoch 90 g Rind, 30 g Herz
Donnerstag 100 g Hähnchenbrust ohne Knochen, 20 g Niere
Freitag 100 g Muskelfleisch, 20 g Hähnchenflügel
Samstag 80 g Muskel, 40 g fleischige Knochen
Sonntag 110 g Kaninchen, 10 g Leber

Wo die Grenzen der Berechnung liegen

Der Prozentwert liefert einen Startwert, keinen Wartungsvertrag. Individülle Katzen weichen ab: Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder Nierenerkrankungen verändern den Bedarf in beide Richtungen. Zeigt die Katze Gewichtsverlust bei normalem Appetit oder verweigert sie das Futter mehrere Tage, gehört das in die tierärztliche Praxis, nicht an den Taschenrechner. Die hier genannten Werte ersetzen keine tierärztliche Beratung für erkrankte Tiere.

Wie Sie wissen, dass die Ration passt

Drei Anzeichen zeigen eine passende Ration: Die Katze hält ihr Gewicht, der Kot ist fest und geformt, und das Fell bleibt dicht. Weicher Kot deutet auf zu viel Organfleisch oder zu wenig Knochen. Heller, kreidiger Kot deutet auf zu viel Knochen. Passen Sie die Zusammensetzung schrittweise an, nicht mehrere Bausteine gleichzeitig, sonst wissen Sie nicht, welche Änderung gewirkt hat.

Häufige Fragen zur BARF-Ration

Wie viel BARF bekommt eine Katze mit 4 kg Gewicht?

Eine Katze mit 4 Kilogramm Körpergewicht erhält zwischen 80 und 160 Gramm BARF pro Tag, je nach Aktivität und Kastrationsstatus. Eine kastrierte Wohnungskatze braucht etwa 80 bis 100 Gramm, eine aktive Freigewehlerin 120 bis 160 Gramm.

Rechnet man die BARF-Ration nach dem Ist-Gewicht oder dem Sollgewicht?

Bei Normalgewicht rechnen Sie nach dem Ist-Gewicht. Bei Übergewicht rechnen Sie nach dem Sollgewicht, damit die Katze langsam abnimmt, und wiegen sie alle zwei Wochen zur Kontrolle.

Warum bekommt eine kastrierte Katze weniger BARF?

Nach der Kastration sinkt der Energiebedarf, weil der Körper weniger verbrennt und die Katze sich weniger bewegt. Die gleiche Menge wie vor der Kastration führt darum zu Übergewicht.

Muss die Ration jeden Tag exakt der Verteilung entsprechen?

Nein. Maßgeblich ist die Wochenbilanz. Knochen an einem Tag und dafür an anderen Tagen mehr Muskelfleisch zu geben, gleicht sich über die Woche aus.

Was passiert bei zu viel Leber in der Ration?

Leber enthält viel Vitamin A. Eine dauerhaft zu hohe Menge kann zu Überdosierungen führen. Die Menge von etwa 5 Prozent der Gesamtration gilt als sichere Obergrenze.