BARF oder Trockenfutter: Welche Vor- und Nachteile beide Ernährungsformen haben

BARF enthält rund 70 Prozent Wasser, Trockenfutter rund 10 Prozent. Deshalb ist Trockenfutter als alleiniges Hauptfutter die schwächere Form.

Napf mit Trockenfutter für Katzen
Napf mit Trockenfutter für Katzen. Symbolbild. Foto: Crepessuzette / Pixabay.

BARF besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser, Trockenfutter zu etwa 10 Prozent. Diese Zahl ist der wichtigste Unterschied zwischen beiden Formen, weil Katzen von Natur aus wenig trinken und ihren Wasserbedarf über die Nahrung decken. Für die gesunde Katze ist Trockenfutter als alleiniges Hauptfutter deshalb die schwächere der beiden Formen, obwohl es andere Vorteile hat.

Was beide Formen gemeinsam haben

Beide Formen können als Alleinfuttermittel den Nährstoffbedarf einer Katze decken. Beide sind lange haltbar in der Form, in der sie verkauft werden: Trockenfutter im Sack, BARF tiefgekühlt. Beide lassen sich rationieren und portionieren, und beide haben einen Markt an Premium- und Billigprodukten, sodass die Qualität stark vom Produkt abhängt.

Die Unterschiede im direkten Vergleich

Eigenschaft BARF Trockenfutter
Wasseranteil etwa 70 Prozent etwa 10 Prozent
Verarbeitung roh, nicht erhitzt stark erhitzt und extrudiert
Zahnpflege-Effekt Kauarbeit an fleischigen Knochen umstritten, oft überschätzt
Haltbarkeit geöffnet 2 bis 3 Tage im Kühlschrank Wochen im offenen Sack
Aufwand Auftauen und Portionieren direkt aus dem Napf
Kontrolle über Zutaten vollständig beim Halter abhängig vom Hersteller
Risiko der Fehlernährung Lücken bei eigener Planung eher Kalorienüberschuss

Warum der Wasseranteil so schwer wiegt

Katzen sind Wüstentiere in ihrer Abstammung. Sie trinken von Natur aus wenig und steuern ihren Wasserhaushalt über die Beutetiere, die zu etwa 70 Prozent aus Wasser bestehen. Eine Katze, die nur Trockenfutter frisst, muss den fehlenden Wasseranteil über den Trinknapf ausgleichen, und genau das gelingt Katzen oft unzureichend. Ein dauerhaft niedriger Flüssigkeitshaushalt gilt als belastend für die Nieren und begünstigt die Bildung von Harnsteinen. Nasskost, ob Dose oder BARF, deckt den Wasserbedarf über das Futter selbst.

Was für Trockenfutter spricht

Trockenfutter ist billig in der Anschaffung, nahezu unbegrenzt haltbar und überall erhältlich. Es lässt sich in Futterspendern und Automaten füllen, was für Halter mit unregelmäßigem Tagesablauf praktisch ist. Katzen mögen die knusprige Konsistenz oft sehr, weil es stark auf Schmackhaftigkeit optimiert wird. Für Reisen, Notfutter oder eine gelegentliche Mahlzeit ist Trockenfutter eine brauchbare Ergänzung.

Was für BARF spricht

BARF liefert das Wasser im Futter, die Kauarbeit am fleischigen Knochen und die unveränderten hitzeempfindlichen Nährstoffe. Der Halter kontrolliert jede Zutat und kann die Ration an die einzelne Katze anpassen. Trockenfutter bietet keine dieser drei Eigenschaften; sein größter Vorteil, die Beqümlichkeit, ist ein Vorteil für den Halter, nicht für die Katze.

Warum die Zahnargumentation für Trockenfutter wackelt

Häufig heißt es, die harten Brocken reinigen die Zähne. Abgenutzt wird beim Kauen vor allem die Spitze der Krone, nicht der Zahnbelag am Zahnfleischrand, wo die eigentlichen Probleme entstehen. Eine Katze, die an einem Hähnchenhals zerkaut, arbeitet mit Fleisch und Knorpel auch in die Zahnzwischenräume. Wer Zahnstein verhindern will, erreicht damit mehr als mit Trockenfutterkugeln.

Was bei einer Fütterung aus beiden Formen gilt

Die Kombination aus BARF und Trockenfutter ist verbreitet und vertretbar, solange das Trockenfutter den kleineren Teil ausmacht und die Kalorienmenge stimmt. Trockenfutter ist kaloriendicht: Ein kleiner Napf macht bei einer 4-Kilogramm-Katze schnell die halbe Tagesration aus. Wer beide Formen füttert, rechnet die Trockenfuttermenge in die Tagesration ein und lässt Wasser jederzeit verfügbar.

Häufige Fragen zum Vergleich BARF und Trockenfutter

Ist Trockenfutter schädlich für Katzen?

Trockenfutter ist nicht grundsätzlich schädlich. Als alleiniges Hauptfutter ist es wegen des geringen Wasseranteils für Katzen aber die ungünstigere Wahl, weil Katzen zu wenig trinken, um den Unterschied auszugleichen.

Kann man BARF und Trockenfutter mischen?

Ja, solange die Gesamtmenge dem Bedarf entspricht. Die Kombination ist verbreitet, wobei Trockenfutter kalorienreich ist und die Ration schnell übersteigt.

Brauchen Katzen mit Trockenfutter mehr Wasser?

Ja. Trockenfutter enthält nur etwa 10 Prozent Wasser. Die Katze muss den Rest trinken, was viele Katzen nur unzureichend tun. Mehrere Trinkstellen im Haus fördern die Aufnahme.

Reinigt Trockenfutter die Zähne der Katze?

Der reinigende Effekt ist umstritten und wird oft überschätzt. Die Brocken nutzen vor allem die Zahnhöcker ab, nicht den Belag am Zahnfleischrand. Kauarbeit an fleischigen Knochen erreicht mehr.

Warum fressen Katzen Trockenfutter so gern?

Trockenfutter wird mit Fett und Aromen umhüllt und ist stark schmackhaft gemacht. Die Vorliebe der Katze sagt darum wenig über die Qualität des Futters aus.